Cookie Cream | Berlin-Mitte

Berlin hat ja bekanntlich viel zu bieten, darunter auch ein Sternerestaurant mit Dessert Dining und natürlich auch ein vegetarisches Sternerestaurant. Auch als „Nicht-Vegetarier“ hat uns Letzteres natürlich auch mal interessiert. Und um es gleich zum Anfang zu sagen, das versteckte Hinterhoflokal ist nicht einfach zu finden und es lohnt sich das auf der Webseite eher nervig daherkommende Hintergrundvideo zu merken. Mehr Berlin-Style geht also schon zu Beginn nicht mehr und auch drinnen gibt es viel Indrustrie-Style. Zum Glück sind wir auch an diesem sommerlichen Abend zur frühen Runde von 17:30 bis 20:30 Uhr gekommen. So ist es noch mäßig voll und die Sonne scheint noch herein. Obwohl man hier defintiv auch direkt im Party-Outfit zur zweiten Runde kommen kann ohne unangenehm aufzufallen.

Da wir uns leider verspätet haben, müssen wir uns auf das 5-Gänge-Menü für 79€ beschränken. Los gehts gleich mit einem Signature Dish. Das Onsenei mit Algenkavier, Croutons, Schmand & Schnittlauch kommt zwar eher unauffällig daher, hat es aber im wahrsten Sinne in sich und war das beste Ei dieser Garweise, das ich bisher essen durfte. Dazu gab es dann noch die Erklärung woher das Onsenei überhaupt kommt, nämlich aus Japanischen heißen Quellen, die so genannt werden. Wenn es mal nicht Bestandteil des Menüs ist, sollte man sich das Erlebnis definitiv für 15€ zusätzlich gönnen. Weiter ging es mit einem schon deutlich schönerem Tellerbild mit Kohlrabi, frischen Erbsen, Gurkenspiegel, Kimchi-Radieschen und Agastache. Beim Zwischengang gibt es mit Bunte Bete, Krapfen, Wasabi & Shoyu das nächste Highlight. Einfach eine wahnsinnig tolle Kombination und großartiger Geschmack! Auf den vegetarischen Hauptgang ist man natürlich immer besonders gespannt und hier kann man sich ganz besonders auf die mehrfach gekocht und gebackene Aubergine freuen, die mich sogar als bekennender Auberginen-Hasser überzeugen konnte. Dazu gibt es Bohnen-Panaché, Gartenkräuter und Sesam. Zum Abschluss gibt es Süßdoldensorbet mit Rhabarber, Amaranth und Nusskrokant.

Auch wenn uns nur zwei Gänge im ganzen so richtig begeistert haben kann man schon sagen, dass Küchenchef Stephan Hentschel hier zurecht den ersten rein vegetarischen Stern in Deutschland erkocht hat.

www.cookiescream.com

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Zum schwarzen Kameel | Wien

Wer hier bei einem Wien-Besuch nicht zumindest auf einen „Spritzer“ und zwei, drei „Brötchen“ einkehrt, der war eigentlich gar nicht in Wien. Denn das „Schwarze Kameel“ in der Bognerstr. ist eine echte Institution, wo sich sowohl die Einheimischen, als auch die Touristen treffen. Und das schon seit über 400 Jahren, denn 1618 eröffnete Johann Baptist Cameel hier zunächst als Gewürzkrämerei. Erst 200 Jahre später wurde durch einen Besitzerwechsel auch der Genuss von Feinkost und eine Weinstube daraus. Außerdem wurde man auch K.u.K. Hoflieferant. Seit der Neuerrichtung 1901 sieht das „Kameel“ schließlich so aus, wie man es heute noch erleben kann. Als Restaurant, Cafe, Bar, Delikatesseladen und vor allem Wiener Treffpunkt und wird von Familie Friese geführt. Denn egal zu welcher Tageszeit man hier hinkommt, man ist immer in allerbester Gesellschaft. Man kommt schnell ins Gespräch und mit etwas Glück trifft man am Nachbartisch draußen oder an den langen Stehtischen drinnen ein echtes Wiener Original. Da kann man sich oft die ein oder andere Führung sparen und bekommt den neusten Klatsch & Tratsch bzw. auch Insidertipps frei Haus.

Natürlich kann man hier auch ganz normal von der Restaurantkarte essen, aber was unbedingt dazu gehört, sind die „Wiener Brötchen“ was im Grunde schmale Brotstreifen mit unterschiedlichem Belag sind und dazu natürlich am Nachmittag gerne mit einem Spritzer (Weinschorle) oder Kaffee. Die Brötchen kann man sich einfach bei der Dame hinter der Theke aussuchen und mit an seinen Platz nehmen und kosten zwischen zwei und vier Euro. Natürlich gibt es die nicht nur hier, ein gutes anderes Beispiel ist auch „Trzesniewski – unaussprechlich gute Brötchen“ in einer einfacheren und rustikaleren Variante. Aber so stilvoll und gleichzeitig unterhaltsam wie hier im Schwarzen Kameel geht es in ganz Wien nicht. Deswegen gehört für mich mindestens ein Besuch zu jedem Wien-Aufenthalt, selbst wenn es nur auf Durchreise bin.

www.kameel.at

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Das Dorf | Hamburg

Das kleine „Kellerlokal“ gibt es auch schon deutlich mehr als 10 Jahre und befindet sich direkt in Laufweite vom Hauptbahnhof in der Langen Reihe in St. Georg. Im Winter besteht immer ein bisschen die Gefahr unbemerkt dran vorbei zu laufen, aber im Sommer hat das Dorf die ebenfalls kleine Außenterrasse perfekt bis auf den letzten Zentimeter ausgenutzt. Vorher reservieren ist da natürlich Pflicht. Wir haben direkt zur Eröffnung reserviert, weil wir später noch nach St. Pauli zur Kieztour von Olivia Jones wollen. Und unsere junge Bedienung Lea stimmt uns gutgelaunt perfekt in einen schönen Abend ein. Die Speisekarte ist klein, aber fein und konzentriert sich auf gutbürgerliche und regionale Küche. Wir wählen den Hamburger Pannfisch (21,90€) und „Des Dorfmeisters Goldstück“ (24,90€) nämlich dem Wiener Schnitzel. Beides bekommt man, meines Wissens, auch das ganze Jahr über. Viele der anderen Gerichte wechseln je nach Jahreszeit. Und gerade bei so klassischen Gerichten zeigt sich die Klasse der „Dorf-Küche“ denn hier stechen sogar die Beilagen heraus. Denn vermeintlich einfache Bratkartoffeln oder einen Gurkensalat muss man erst mal so herausragend gut hinbekommen und das schaffen nun mal leider nur wenige Profiküchen. Hier ein absoluter Traum! Natürlich lohnt es sich auch im Sommer mal auf dem Toilettengang ins Kellergewölbe herabzusteigen und hier hat sich in der Lockdown-Zeit einiges getan, die „Dorfgemeinde“ hat die Zeit nämlich ordentlich zum renovieren genutzt. Alles sehr schön geworden und man freut sich fast schon auf die Zeit hier bei Kerzenschein im Winter den ebenfalls großartigen Gänsebraten zu genießen. Aber erst mal haben wir uns wirklich unheimlich über den reizenden Gruß von Lea und Wero vom Dorf-Team zur Rechnung gefreut. Sowas macht doch in einer touristischen Ecke doch den kleinen, aber feinen Unterschied!

www.restaurant-dorf.de

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MaiBeck für Dich | Köln

Das MaiBeck von Jan Maier und Tobias Becker hat vor inzwischen einigen Jahren in kürzester Zeit den Michelin Stern erhalten und hält ihn bis heute. Ich muss auch zugeben, dass es eines meiner liebsten Sternelokale in meiner Heimatstadt Köln ist. Zum einen wegen dem legeren Stil des kleinen Restaurants direkt in der Altstadt und an der Philharmonie. Es ist also kein Problem auch mal spontan während eines entspannten Sonntags in der Stadt hier einzukehren, wenn man etwas Glück hat und zwischen den Philharmoniezeiten kommt. Außerdem schätze ich die nachhaltige und regionale Fokus bei den Grundprodukten. Das ist vielleicht inzwischen nicht mehr so ungewöhnlich, die beiden ziehen das jedoch von Anfang an sehr konsequent durch.

Wie man anhand der Bilder sehen kann bin ich hier auch über die Jahre immer wieder zu Gast gewesen und war noch nie enttäuscht. Natürlich kann man jederzeit auch nur kleine bzw. große Gerichte von der Karte essen, aber für mich ist das hauseigene Überraschungsmenü immer die allerbeste Wahl. Erstes vom Preis-Leistungs-Verhältnis, denn das 4-Gänge-Menü kostet 55 EUR. Außerdem kann man sich bei dem Menü gute 2-3 Stunden entspannt zurücklehnen, sich überraschen lassen und einfach genießen. Natürlich kann man vorher angeben, was man überhaupt nicht mag bzw. auch verträgt. Abgesehen davon ist aber auch immer mal ein Gang oder eine Kombination mit dabei, die man sich auf der Karte vielleicht nicht so recht vorstellen konnte und die dann auf dem Teller dafür unglaublich gut funktioniert. Als Weinliebhaber sollte man sich dann auf jeden Fall auch noch in die Hände von Sommelier Sascha begeben und seiner Weinbegleitung vertrauen. Auch die war bisher immer ein Volltreffer, besonders weil er nicht auf die großen Namen setzt, sondern eher auf die spannenden Geheimtipps.

www.maibeck.de

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Naafshäuschen | Lohmar

Das Naafshäuschen von Familie Otto im schönen Aggertal bei Köln ist eine echte Institution mit Landhotel, Restaurant, Anschluss an den Golfplatz, dem Kuhstall als beliebte Hochzeitslokation und natürlich dem kultigen Biergarten. Und der kommt genauso daher, wie man sich einen Biergarten vorstellt. Mitten im Grünen, leckeres Fassbier, karierte Tischdecken und rustikalen Bestuhlung. Was es normalerweise nicht mehr so oft gibt und hier zum Biergarten-Kult gehört ist „Essen vom heißen Stein“. Diese außergewöhnliche „Selbstzubereitung“ hat sicherlich hier besonders aus dem Grund überlebt, weil die in dem Fall so wichtige Fleischqualität immer gestimmt hat. Und neben der Top-Fleischqualität kann man auch die hausgemachte Sauce Bearnaise kaum besser hinkriegen. Eine Traumkombi für den perfekten Fleischgenuss. Dazu kann man sich gerne Salat vom ebenfalls sehr guten Buffet und z.B. eine Folienkartoffel bestellen. Natürlich gibt es auch weitere leckere Biergartengerichte, die fertig serviert werden. Hier kann man definitiv auch noch das Braumeisterkotelette wärmstens für den großen Hunger empfehlen. Bier vom Fass gibt es übrigens von Gaffel, Bitburger und Benediktiner. Eine richtig originelle Idee ist auch die Gutschein-Variante von Familie Otto. Hier bekommt man nämlich keinen Papiergutschein mit einem Wunschbetrag, sondern wertige „Naaf-Taler“ in einem schönen Filzbeutel, der bei den schon lange steigenden Bierpreisen sogar noch zu einer Wertanlage werden können. Der Taler-Wert ist nämlich an den Preis für ein 0,4l Bier gebunden. Großartige Idee aus diesem Traditionshaus!

www.naaf.de

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